Eine professionelle WCAG-Beratung kostet je nach Projektumfang zwischen 1.500 € und über 30.000 €. Der Preis hängt dabei nicht von willkürlichen Stundensätzen ab, sondern von messbaren Faktoren wie Website-Komplexität, Prüftiefe und der Frage, ob manuelle Expertenprüfung oder bloß automatisierte Scans zum Einsatz kommen. Anbieter wie Webdesign Maislinger setzen dabei auf maßgeschneiderte Audits, die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen im DACH-Raum rechtssicher und inklusiv aufstellen, statt pauschale Pakete zu verkaufen, die den tatsächlichen Bedarf verfehlen.
Wer die Kosten für Barrierefreiheit richtig einordnen möchte, muss sie immer im Verhältnis zu den Risiken betrachten. Das österreichische Bundes-Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) sieht bei Verstößen Geldstrafen von bis zu 80.000 € vor [1]. Eine fundierte WCAG-Beratung ist damit keine Ausgabe, sondern eine Risikoversicherung.
Was kostet eine WCAG-Beratung konkret?
Pauschale Zahlen führen schnell in die Irre. Die ehrliche Antwort auf die Frage nach den Kosten lautet: Es kommt auf den Projekttyp an.
Als Orientierung dienen folgende Richtwerte, die sich aus dem tatsächlichen Prüfaufwand ableiten [2]:
| Projekttyp | Geschätzter Zeitaufwand | Kosten bei ca. 120 €/Std. (netto) |
|---|---|---|
| Onepager | 3 bis 7 Stunden | ca. 360 € bis 840 € |
| Corporate Website | 6 bis 15 Stunden | ca. 720 € bis 1.800 € |
| Online-Shop / Web-App | 10 bis 24 Stunden | ca. 1.200 € bis 2.880 € |
Paketbasierte Zertifizierungsmodelle, wie sie etwa das österreichische WACA-Zertifikat anbietet, staffeln die Preise nach Prüfumfang: „Small“-Pakete starten bei 1.750 €, „Medium“-Pakete liegen bei 3.750 € und „Large“-Pakete bei 7.500 € (jeweils netto) [3]. Für komplexe E-Commerce-Plattformen oder umfangreiche Web-Apps können professionelle Erst-Audits deutlich über 4.900 € bis hin zu 30.000 € steigen [1].
Welche Faktoren beeinflussen den Preis für ein professionelles WCAG-Audit?
Sechs zentrale Kostentreiber gibt es bei einer WCAG-Beratung:
1. Anzahl und Typ der zu prüfenden Seiten
Ein Onepager erfordert erheblich weniger Prüfaufwand als ein mehrsprachiger Online-Shop mit hunderten Produktseiten, dynamischen Filterfunktionen und Checkout-Prozessen. Jede interaktive Komponente bedeutet zusätzlichen Testaufwand.
2. Technologischer Stack
Standard-CMS-Installationen wie WordPress lassen sich schneller prüfen als individuell entwickelte Web-Apps oder JavaScript-heavy Single-Page-Applications, die eine aufwändigere Screenreader-Kompatibilitätsprüfung erfordern.
3. Prüftiefe: WCAG 2.1 Level A, AA oder AAA
Der Industriestandard für rechtssichere Konformität ist die WCAG 2.1 Konformitätsstufe AA, da sie die gängigen gesetzlichen Anforderungen optimal mit dem Umsetzungsaufwand verbindet [4]. Wer Level AAA anstrebt, erhöht den Prüf- und Umsetzungsaufwand erheblich.
4. Manuell vs. automatisiert
Hier liegt der entscheidende Qualitätsunterschied, auf den im nächsten Abschnitt näher eingegangen wird.
5. Umfang der Dokumenten-Prüfung
Neben der Website selbst müssen häufig auch PDF-Dateien auf Tag-Struktur, Lese-Reihenfolge, Alternativtexte und korrekte Metadaten geprüft werden [5]. Für Unternehmen mit umfangreichem Dokumentenbestand kann dieser Bereich den Gesamtpreis erheblich beeinflussen. Webdesign Maislinger deckt diesen Bereich mit einem eigenen Angebot für [barrierefreie Dokumente und PDF-Prüfung](/barrierefreie-dokumente-pdf) ab.
6. Begleitende Umsetzungsberatung
Ein Audit allein identifiziert Probleme, löst sie aber nicht. Der Maßnahmenplan und die Begleitung der technischen Umsetzung sind in manchen Paketpreisen enthalten, in anderen als separate Leistung ausgewiesen. Wer beide Schritte bei einem Anbieter bündelt, spart oft Abstimmungsaufwand und Kosten.
Warum automatisierte Scans allein nicht ausreichen
Das ist der Punkt, an dem viele günstige „Barrierefreiheits-Checks“ scheitern: Automatisierte Prüfwerkzeuge erkennen lediglich 30 % bis 40 % der tatsächlich vorhandenen Barrieren [1]. Der Rest bleibt unsichtbar.
Was automatische Scans nicht leisten können:
- Überprüfung der logischen Tastaturbedienbarkeit (Tab-Reihenfolge, Fokus-Management)
- Test mit echten Screenreader-Technologien (NVDA, JAWS, VoiceOver)
- Beurteilung, ob Alternativtexte inhaltlich korrekt und sinnvoll formuliert sind
- Prüfung von Interaktionsabläufen wie Formulare, Modal-Dialoge oder Dropdown-Menüs
- Bewertung der kognitiven Zugänglichkeit, etwa bei komplexen NavigationspfadenWCAG-Konformität bezeichnet die systematische Erfüllung der Web Content Accessibility Guidelines in der Version 2.1 oder 3.0, die von W3C herausgegeben werden und als internationaler Standard für digitale Barrierefreiheit gelten [4]. Eine rechtssichere Konformitätserklärung setzt voraus, dass diese Prüfung methodisch nachvollziehbar und dokumentiert erfolgt ist.Ein professioneller Audit-Report enthält deshalb mehr als eine Fehlerliste. Er umfasst eine Management Summary, eine detaillierte Methodik, eine nach Schweregrad priorisierte Aufstellung der Verstöße sowie einen konkreten Maßnahmenplan für die Umsetzung [5]. Nur so kann ein Unternehmen im Streitfall nachweisen, dass es aktiv und sorgfältig gehandelt hat.Lohnt sich die Investition? Das Bußgeldrisiko als KalkulationDas BaFG verpflichtet österreichische Wirtschaftsakteure, insbesondere Betreiber von Online-Shops und digitalen Dienstleistungen, zur Barrierefreiheit ihrer Angebote [1]. Gleichzeitig gilt für öffentliche Stellen das Web-Zugänglichkeits-Gesetz (WZG), das auf die Veröffentlichung einer Barrierefreiheitserklärung und eine Beschwerdestelle abzielt [6].Die gesetzliche Definition ist dabei klar: Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen digitale Angebote ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe nutzen können [7]. Diese Definition schließt die gesamte User Journey mit ein, also nicht nur die Startseite, sondern auch Checkout-Prozesse, Kontaktformulare und herunterladbare Dokumente.Die Rechnung ist einfach:
- Professionelles WCAG-Audit für eine mittelgroße Website: 1.500 € bis 5.000 €
- Maximales Bußgeld bei festgestelltem Verstoß: bis zu 80.000 € [1]
- Reputationsschaden durch öffentliche Diskriminierungsklage: schwer bezifferbar
- Technisches Website-Audit nach WCAG 2.1 AA mit manuellem Screenreader-Test
- Dokumenten-Audit für PDFs und Office-Dateien auf Struktur, Tags und Lesbarkeit
- App-Prüfung für mobile Anwendungen, die eigene Accessibility-Anforderungen mitbringen
- Leichte Sprache für die inhaltliche Ebene, um auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder geringen Sprachkenntnissen zu erreichen
- Begleitende Umsetzung, damit identifizierte Barrieren auch tatsächlich beseitigt werden



